Kurt Wegner

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Wolfgang Schulte


Wolfgang Schulte, Nilte genannt

Wolfgang Schulte wird als drittes Kind der Familie Georg August und Anna Maria Schulte, geb. Mergi, in Köln, Große Witschgasse 50, geboren.

Von 1922 bis 1928 besucht er das Gymnasium in Köln-Deutz.

Von 1928 bis 1931 besucht er die Kölner Werkkunstschulen in der Klasse von Prof. Richard Seewald.

Ab Oktober 1931 bis 1933: Besuch der Kunstakademie Düsseldorf.

Von 1931 bis 1936: Reisen nach Süddeutschland und häufige mehrmonatige Besuche in der Eifel.

Am 24.12.1936: Freitod in Köln.,

Wolfgang Schulte machte am 02. Oktober 1928 seine Aufnahmeprüfung an den Kölner Werkschulen. Er vermerkt hierzu in seinem Tagebuch: "Erster Prüfungstag ist um. Thema hieß Ernte. Ich brachte Ährenmäher etc. Ich bin nicht zufrieden mit der Arbeit, denn ich hätte den Schatten stärker einsetzen müssen. Zeichnung ist mehr Skizze. Sonst schein´ ich den vorgeschriebenen Raum gut ausgenutzt zu haben."

Seine Mitschüler waren Kurt Wegner, Peter Straußfeld, Hemut Schmitt, Leni Moch, Albrecht Müller, Paul Wunsch und Rudi Rhein, der zu diesem Zeitpunkt Meisterschüler bei Seewald war.

Wolfgang Schultes Lehrer waren u.a. der Bildhauer Zschocke, der Maler Nauen und Ewald Mataré.

Einige Ölbilder und farbige Zeichnungen von Schulte zeigen Traumlandschaften mit schwebenden Bäumen, deren kompositionelle Anlage Anklänge an Marc Chagall vermuten läßt. Solche Einflüsse sind vor 1930 auch im Werk Jankel Adlers aufzuspüren, bei dem Wolfgang Schulte im Jahre 1932 Unterricht hatte.

Wolfgang Schulte, Nilte *) genannt, hinterlies wenige Spuren, da er in seiner kurzen Lebensspanne auf der Suche nach Selbstverwirklichung und Identität war. Ein für Wolfgang Schulte charakteristischer Stil läßt sich in seinem zeichnerischen Frühwerk nicht erkennen. Deutlich hingegen wird sein Bestreben, mit vielfältigen Ausdrucksformen zu experimentieren. Der Facettenreichtum seiner Zeichnungen reicht von akademischer, detaillierter Ausführung über dekorative Gestaltung bis hin zu ganz freier und leichter, den flüchtigen Eindruck einfangender Skizze. Seine persönliche Handschrift, die zurückhaltend dekorativ, schwungvoll dynamisch oder auch nervös mit kleinen Strichen sein kann, ergibt den Gesamteindruck von virtuoser zeichnerischer Aneignung der sichtbaren Welt., (A. Theyhsen, Museum Schloß Moyland)

*) Wolfgang Schulte stellte sich den Akademiemitgliedern mit den Worten vor: "Ich heiße Wolfgang Schulte und bin Nihilist." Das brachte ihm den Spitznamen Nilte ein, mit dem er auch signierte.